Wenn Sie einen Zivilprozess in Italien vorbereiten und Ihre Akte Verträge, Rechnungen, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten, Kontoauszüge, Vollmachten oder notarielle Urkunden in einer Fremdsprache enthält, stellt sich meist nicht die Frage, ob eine Übersetzung sinnvoll ist. Das ist sie zweifellos. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wann reicht eine einfache Übersetzung aus, um das Verfahren voranzubringen, und ab wann wird eine traduzione asseverata (im internationalen Sprachgebrauch oft als beeidigte oder beglaubigte Übersetzung bezeichnet) zur sichereren Wahl?
Diese Unterscheidung ist wesentlich, da das italienische Zivilprozessrecht fremdsprachige Dokumente nicht per se als unzulässig verwirft. Dennoch birgt eine formlose Übersetzung Risiken: Probleme entstehen oft erst dann, wenn die Gegenseite die inhaltliche Bedeutung bestreitet, das Gericht eine verlässlichere italienische Fassung benötigt oder die Prozessvertretung feststellt, dass ein voreiliger Verzicht auf eine Beeidigung zu wochenlangen Verzögerungen führen kann.
Kernpunkte
- Nicht jedes fremdsprachige Dokument muss von Beginn an mit einer beeidigten Übersetzung eingereicht werden. Nach Art. 122 und 123 des italienischen Zivilprozessbuchs (Codice di procedura civile – c.p.c.) gilt der Grundsatz der italienischen Gerichtssprache primär für Prozesshandlungen im engeren Sinne, während fremdsprachige Urkundenbeweise grundsätzlich vorgelegt und vom Gericht gewürdigt werden können.
- Der eigentliche Auslöser ist meist ein Streit über den Inhalt, nicht die bloße Einreichung. Bestreitet die Gegenseite die Bedeutung eines Dokuments oder hält das Gericht den Akteninhalt für unklar, kann eine einfache Übersetzung schnell zum prozessualen Risiko werden.
- Italien nutzt spezifische Fachbegriffe. International wird häufig von „certified translation“ gesprochen; im italienischen Rechtssystem lauten die präzisen Begriffe jedoch traduzione asseverata oder traduzione giurata.
- Die Rechtsgrundlage ist national, die Praxis lokal. Die organisatorische Abwicklung von Beeidigungen variiert je nach Gerichtsstandort (Tribunale). Einige Gerichte begrenzen die Terminvergabe, verlangen das persönliche Erscheinen der Übersetzer und achten streng auf die Berechnung der Stempelsteuer.
Für wen dieser Leitfaden gedacht ist
Dieser Leitfaden richtet sich an Personen und Unternehmen, die an einem Zivilverfahren in Italien beteiligt sind, fremdsprachige Nachweise vorlegen müssen und Klarheit darüber benötigen, wann eine beeidigte Übersetzung tatsächlich erforderlich ist und wann eine einfache Übersetzung strategisch riskant bleibt.
- Ausländische Privatpersonen in Erbstreitigkeiten, Vertrags-, Forderungs-, Immobilien- oder Familienvermögensverfahren.
- Mandanten italienischer Rechtsanwälte, die trotz bestehender Vertretung für die Beschaffung und Vorbereitung fremdsprachiger Unterlagen zuständig sind.
- Unternehmen und Rechtsabteilungen mit englischen, französischen oder deutschen Unterlagen, die für eine italienische Gerichtsakte nutzbar gemacht werden sollen.
- Beteiligte, deren Beweismittel Verträge, Rechnungen, Bankunterlagen, Handelsregisterauszüge, E-Mails, Chatverläufe, apostillierte Urkunden oder Vollmachten umfassen.
Der Leitfaden hilft besonders dann weiter, wenn Ihre Anwaltskanzlei eine italienische Fassung erbeten hat, ohne festzulegen, ob diese beeidigt sein muss, oder wenn Sie abwägen, ob alle Unterlagen sofort beeidigt werden sollen oder ob Sie abwarten, ob die Gegenseite zentrale Formulierungen beanstandet.
Rechtlicher Schwellenwert in Italien: Wann eine beeidigte Übersetzung erforderlich ist
Der Ausgangspunkt ist oft kontraintuitiv: Das Prinzip, dass Gerichtsverfahren in italienischer Sprache geführt werden, bedeutet nicht automatisch, dass jedes fremdsprachige Beweisdokument ohne beeidigte Übersetzung unwirksam ist.
Die rechtliche Grundlage ist einheitlich im nationalen Recht geregelt. Art. 122 c.p.c. schreibt den Gebrauch der italienischen Sprache für gerichtliche Prozesshandlungen vor. Art. 123 c.p.c. räumt dem Richter das Recht ein (begründet jedoch keine automatische Pflicht), für fremdsprachige Urkunden einen Übersetzer (traduttore) zu bestellen. Das ist entscheidend: Rechnungen, Verträge, Bankauszüge oder ausländische Urkunden unterliegen anderen Anforderungen als verfahrenseinleitende Schriftsätze, Klageerwiderungen oder gerichtliche Verfügungen.
Eine maßgebliche neuere Klarstellung lieferte das oberste italienische Gericht (Corte di Cassazione, Vereinigte Zivilsenate, Cass. SS.UU. Nr. 17876/2025). Das Gericht stellte klar, dass selbst vorbereitende Verfahrensdokumente wie ausländische Prozessvollmachten nicht allein deshalb unwirksam sind, weil sie in einer Fremdsprache abgefasst wurden. Das bedeutet nicht, dass Übersetzungen entbehrlich sind, sondern dass das Fehlen einer Asseverazione für sich genommen nicht automatisch zur Unwirksamkeit führt.
Für die Praxis gilt folgende Faustregel:
- Eine einfache Übersetzung kann genügen, wenn das Dokument rein als Beweismittel vorgelegt wird, sein Inhalt nicht im Kern des Rechtsstreits steht und die Gegenseite die inhaltliche Bedeutung nicht substantiiert bestreitet.
- Eine beeidigte Übersetzung (traduzione asseverata) ist die deutlich sicherere Wahl, wenn es auf den genauen Wortlaut ankommt, Einwände der Gegenseite zu erwarten sind, das Gericht Klarheit über einen Schlüsselpunkt benötigt oder spätere Auseinandersetzungen über die Richtigkeit vermieden werden sollen.
Wann eine gewöhnliche Übersetzung Risiken birgt
Hier liegt eine häufige Falle für ausländische Prozessparteien: Aus der Tatsache, dass das italienische Recht nicht ausnahmslos eine beeidigte Übersetzung verlangt, wird mitunter vorschnell geschlossen, eine formlose Übersetzung reiche immer aus. Das greift zu kurz.
In mindestens fünf typischen Konstellationen können durch einfache Übersetzungen spürbare Prozessrisiken entstehen:
- Der Wortlaut bildet den Kern des Streits: Kommt es auf eine bestimmte Klausel in einem englischen Vertrag, eine Formulierung in einem ausländischen Testament oder einen Gesellschafterbeschluss an, wird die Übersetzungsgenauigkeit zur materiell-rechtlichen Frage.
- Die Gegenseite bestreitet die Bedeutung: Rügt die gegnerische Partei die Übersetzung als unvollständig, irreführend oder zu frei, kann das Gericht eine formellere Lösung verlangen, anstatt sich auf eine unbeeidigte Fassung zu stützen.
- Die Beweisakte ist umfangreich und komplex: Gemischte Konvolute aus E-Mail-Ketten, Screenshots, zweisprachigen Anhängen und apostillierten Urkunden bieten mehr Raum für Missverständnisse.
- Das Dokument hat ein hohes formelles Gewicht: Ausländische Notariatsurkunden, Vollmachten, Registerauszüge und Gesellschaftsdokumente verdienen häufig eine einwandfreie italienische Fassung, selbst wenn sie ohne Beeidigung nicht automatisch unwirksam sind. Hintergrundinformationen zur Vorbereitung gerichtlicher Beweisübersetzungen finden Sie in unserem Leitfaden für beglaubigte Übersetzungen in Gerichtsverfahren.
- Der Zeitplan ist knapp: Steht ein Verhandlungstermin, eine Einreichungsfrist oder ein Eilantrag bevor, kann das Abwarten riskant sein, da eine Asseverazione vor Gericht nicht rein per E-Mail erledigt werden kann.
Das ist die eigentliche Schwelle, um die es geht: In Italien sind die Risiken oft zunächst prozessualer und taktischer Natur, bevor formale Nichtigkeitsfragen greifen.
Was passiert, wenn die Gegenseite die Übersetzung beanstandet?
In den meisten Fällen führt ein solcher Einwand nicht sofort zum Scheitern der Klage, macht das Verfahren jedoch meist kostspieliger und langwieriger.
Auf Grundlage von Art. 123 c.p.c. hat der Richter Ermessensspielraum beim Umgang mit fremdsprachigen Dokumenten. Je nach Einzelfall kann das Gericht:
- die vorhandene Übersetzung akzeptieren, falls der Aspekt nebensächlich oder offensichtlich ist;
- die Parteien auffordern, eine verlässlichere italienische Fassung vorzulegen;
- die Einreichung einer beeidigten Übersetzung (traduzione asseverata) erwarten oder anordnen;
- einen gerichtlichen Übersetzer oder Sachverständigen bestellen, was mit zusätzlichen Gebühren und Verfahrensverzögerungen verbunden sein kann.
Aus diesem Grund wählen erfahrene Prozessbeteiligte häufig eine zweistufige Strategie: Sie fertigen für den Großteil der Akte sorgfältige einfache Übersetzungen an, identifizieren jedoch frühzeitig strittige Schlüsseldokumente und bereiten diese rechtzeitig in einem für die gerichtliche Beeidigung geeigneten Format vor. Das ist oft wirtschaftlicher, als alles vorsorglich zu beeidigen, und sicherer, als gänzlich auf Beeidigungen zu verzichten.
Welche Dokumente sollten prioritär beeidigt werden?
In italienischen Zivilverfahren empfiehlt sich eine frühzeitige beeidigte Übersetzung insbesondere für folgende Dokumenttypen:
- ausländische Prozess- und Sondervollmachten sowie notarielle Urkunden, bei denen Ihre Rechtsvertretung eine genaue gerichtliche Prüfung erwartet;
- Verträge, bei denen eine strittige Klausel über Haftung oder Zahlungsansprüche entscheidet;
- Handelsregisterauszüge, Gesellschafterbeschlüsse und Nachweise über wirtschaftlich Berechtigte;
- ausländische Testamente, Erbnachweise und personenstandsrechtliche Urkunden mit Apostille;
- zentrale Bankunterlagen und Zahlungsbelege, bei denen es auf Daten, Namen oder Kontodaten ankommt;
- ausgewählte WhatsApp-Nachrichten oder E-Mails, wenn deren genauer Wortlaut für Fristen, Zustimmungen oder Willenserklärungen ausschlaggebend ist.
Für bild- und screenshotintensive Beweismittel finden Sie weiterführende Hinweise in unserem Leitfaden für WhatsApp-Übersetzungen vor Gericht, der Übersicht zur Übersetzung von Finanznachweisen und Screenshots sowie unserem Vergleich zwischen beglaubigter und notariell beglaubigter Übersetzung.
Praxis vor italienischen Gerichten: Organisatorische Hürden bei der Beeidigung
Die rechtliche Grundregel gilt landesweit; der organisatorische Aufwand entsteht jedoch vor Ort.
In Italien gibt es keine zentrale Bundesbehörde für beeidigte Übersetzungen. Die Asseverazione erfolgt bei den örtlichen Gerichten, häufig über die Cancelleria della Volontaria Giurisdizione oder entsprechende Beglaubigungsstellen, deren Modalitäten variieren können. So schreibt etwa das Tribunale di Torino eine vorherige Online-Terminbuchung vor und begrenzt die Zahl der Dokumente pro Termin. Auch das Tribunale di Firenze und das Tribunale di Lecco veröffentlichen eigene Richtlinien zu Terminkontingenten und Abläufen.
Das erklärt, warum eine kurzfristige Entscheidung für eine beeidigte Übersetzung das Verfahren aufhalten kann: Der rechtliche Rahmen ist national, die Warteschlange jedoch lokal.
Drei praktische Punkte sind besonders wichtig:
- Kein reiner Post- oder E-Mail-Weg: Gerichte verlangen in der Regel das persönliche Erscheinen des Übersetzers zur Eidesleistung vor der Geschäftsstelle.
- Berechnung der Stempelsteuer (Marca da bollo): Gerichtsleitfäden legen üblicherweise einen Satz von 16 Euro je 4 Seiten zugrunde. Dabei werden Ausgangsdokument, Übersetzung und Eidesprotokoll nach strengen Zählregeln zu einer Gesamteinheit zusammengefasst. Bereits eine falsch berechnete Seite kann zur Zurückweisung am Schalter führen (vgl. etwa die Hinweise der Gerichte in Turin und Lecco).
- Übersetzungen zwischen zwei Fremdsprachen: Einige Gerichtsrichtlinien, darunter die aus Turin, sehen vor, dass direkte Übersetzungen zwischen zwei Fremdsprachen (z. B. Deutsch nach Englisch) auf gewöhnlichem Weg nicht akzeptiert werden und über das Italienische geführt werden müssen.
Wenn Ihre Anwaltskanzlei also sagt: „Wir können das Dokument jederzeit später beeidigen lassen“, sollte Ihre Rückfrage lauten: Wo genau, durch welchen Übersetzer und vor welcher Geschäftsstelle?
Wird in Italien ein gerichtlich eingetragener Übersetzer benötigt?
In vielen Fällen lautet die Antwort: Nein. Ein weiterer Aspekt des italienischen Systems, der ausländische Beteiligte oft überrascht, ist das Fehlen eines einheitlichen, bundesweiten Exklusivregisters für beeidigte Übersetzer.
Öffentliche Gerichtsleitfäden verdeutlichen oft, dass die den Eid leistende Person nicht zwingend in einer Sachverständigen- oder Übersetzerliste des Gerichts (wie dem Albo dei Periti oder Albo CTU) eingetragen sein muss, damit eine Übersetzung beeidigt werden kann. So beschreiben beispielsweise die Leitfäden des Tribunale di Lecco und des Tribunale di Lecce das praktische Eidesverfahren und kein nationales Zulassungsmonopol.
- Der Übersetzer muss in der Regel eine unabhängige dritte Person sein (keine Partei des Rechtsstreits);
- der Übersetzer muss bereit sein, persönlich vor Gericht zu erscheinen und die Richtigkeit der Übersetzung förmlich zu beschwören;
- die Übersetzung muss den Formatierungs- und Bindeanforderungen der jeweiligen Geschäftsstelle entsprechen.
Aus diesem Grund ist der Begriff „certified translation“ im italienischen Kontext nur ein Hilfsbegriff. Für italienische Gerichte ist weniger ein ausländisches Zertifikatslabel maßgeblich, sondern vielmehr, dass der Text formgerecht in ein verwertbares italienisches Gerichtsdokument überführt und bei Bedarf ordnungsgemäß beeidigt (asseveriert) wurde.
Praxiserfahrungen: Häufige Probleme von Verfahrensbeteiligten
Öffentliche Diskussionen in italienischen Rechtsforen, Fachbeiträgen und Diskussionsplattformen wie Reddit ersetzen zwar nicht das Gesetz, zeigen jedoch wiederkehrende Hürden aus der Praxis:
- Anwälte fordern häufig pauschal eine italienische Fassung an, ohne den Mandanten über den Unterschied zwischen einfacher Übersetzung und formeller Beeidigung aufzuklären.
- Beteiligte berichten von deutlichen Kostensprüngen, wenn nach Einwänden der Gegenseite unter Zeitdruck beeidigte Fassungen nachgereicht werden müssen.
- Terminbeschränkungen und das Erfordernis des persönlichen Erscheinens führen bei umfangreichen Beweiskonvoluten immer wieder zu Verzögerungen.
- Fehler bei der Berechnung der Stempelsteuer sind ein klassischer, vermeidbarer Grund für Abweisungen bei der Einreichung.
Betrachten Sie solche Berichte als schwache, aber nützliche praktische Signale und nicht als feste Rechtsregeln. Maßgeblich bleiben der nationale gesetzliche Rahmen und die veröffentlichten Richtlinien der Gerichte.
Kriterien für die Auswahl von Übersetzungsdienstleistern
Da es bei der Frage nach beeidigten Übersetzungen auf die Abgrenzung zur einfachen Übersetzung ankommt, ist der passende Dienstleister nicht zwingend derjenige mit dem werbewirksamsten Siegel, sondern ein Anbieter, der klar zwischen Fachübersetzung, den organisatorischen Abläufen einer Asseverazione und der prozessualen Notwendigkeit unterscheidet.
| Dienstleister | Öffentliche Angaben | Einsatzbereich | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Vox Translate (Mailand, Via Monte Napoleone 8; Tel. +39 02 4507 6442; Kontakt über offizielle Website) | Veröffentlicht Informationsseiten zu beeidigten und legalisierten Übersetzungen sowie Kontaktinformationen für Italien. | Geeignet als Beispiel für Anbieter, die zwischen der Übersetzungserstellung und der späteren formellen Verwendung differenzieren. | Wie jede Agentur hat der Dienstleister keinen Einfluss auf die richterliche Beweiswürdigung. |
| Studio ATI (Mailand, Via Mauro Macchi 8; Tel. +39 02 6707 8008) | Gibt auf der offiziellen Website an, beeidigte Übersetzungen sowie Dienstleistungen rund um Beglaubigungen und Legalisierungen anzubieten. | Relevant für Beteiligte, die Unterstützung bei formell gebundenen Dokumentensätzen suchen. | Die Notwendigkeit einer sofortigen Beeidigung muss vorab mit der Prozessvertretung abgestimmt werden. |
Diese Beispiele stellen keine Empfehlungen dar. Sie sollen lediglich verdeutlichen, welche öffentlichen Signale wichtig sind: klare Kontaktangaben, eine fundierte Erläuterung der Asseverazione und kein falsches Versprechen, dass ein ausländisches Standard-PDF-Zertifikat automatisch einer italienischen beeidigten Übersetzung entspricht.
Offizielle Informationsstellen und Portale
| Behörde / Portal | Zweck | Kosten |
|---|---|---|
| Ministero della Giustizia – Bürgerinformationen | Leitfäden auf nationaler Ebene zu Justizverfahren und Gerichtsstrukturen in Italien. | Kostenlos |
| Portale dei Servizi Telematici (PST) | Zentrales Justizportal für elektronische Dienste und Gerichtsverzeichnisse. | Kostenlos |
| Offizielle Kontaktseite des Ministero della Giustizia | Ermittlung offizieller Kontaktkanäle zur Überprüfung gerichtlicher Abläufe. | Kostenlos |
| AGCM – Online-Meldestelle | Meldung irreführender geschäftlicher Zusicherungen oder Übersetzungsangeboten, die Rechtswirkungen unzutreffend darstellen. | Kostenlos |
Wenn ein Anbieter behauptet, eine per E-Mail versandte ausländische beglaubigte Übersetzung (certified translation) sei für italienische Gerichte automatisch mit einer traduzione asseverata gleichzusetzen, sollten Sie diese Aussage anhand der Gerichtsrichtlinien sorgfältig prüfen, bevor Sie Geld ausgeben.
Kosten und Zeitaufwand in der Realität
Die tatsächliche Kostenfrage erschöpft sich nicht im bloßen Übersetzungshonorar. Entscheidend ist, ob Sie die richtigen Dokumente im passenden Formalitätsgrad bearbeiten lassen.
In der Praxis setzen sich die Kosten aus vier Faktoren zusammen:
- dem Honorar für die Übersetzung der Beweismittel selbst;
- etwaigem Aufwand für Layoutanpassungen und die Bereinigung von Beweisstücken;
- den gesetzlichen Stempelabgaben für die Asseverazione (üblicherweise 16 Euro je 4-Seiten-Einheit gemäß den Vorgaben der Gerichte);
- Folgekosten durch Verfahrensverzögerungen, falls Dokumente unter Zeitdruck nachbeeidigt werden müssen.
Ein selektives Vorgehen erweist sich daher oft als vorteilhafter: Fachlich präzise Übersetzungen für das gesamte Beweismaterial, gezielte formelle Beeidigung für streitanfällige Schlüsseldokumente.
Wie CertOf Sie unterstützen kann
CertOf unterstützt Sie bei der Vorbereitung und Übersetzung Ihrer verfahrensrelevanten Unterlagen – als spezialisierter Dokumentendienstleister, nicht als Rechtsvertretung oder Gerichtsbehörde.
- Wir erstellen präzise Übersetzungen von Verträgen, Gesellschaftsunterlagen, Finanznachweisen, E-Mails und Screenshots.
- Wir strukturieren zweisprachige Dokumentensätze übersichtlich, damit Ihre italienische Anwaltskanzlei den Beglaubigungsbedarf gezielt bewerten kann.
- Bei Bedarf bereiten wir saubere Übersetzungsdateien vor, die einem vor Ort in Italien tätigen Übersetzer das Einholen einer Asseverazione erleichtern.
Wenn Sie prüfen möchten, welches Format für Ihre Situation infrage kommt, nutzen Sie das CertOf-Auftragsportal oder informieren Sie sich über den Ablauf von Online-Übersetzungsaufträgen. Details zu den Ausgabeformaten finden Sie in unseren Übersichten zu PDF-, Word- und Papierfassungen sowie zum Postversand. Unsere Servicestandards sind in den Hinweisen zu Korrekturen, Bearbeitungszeiten und Garantien dargelegt.
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Rechtlicher Hinweis
Dieser Leitfaden dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Die konkrete Übersetzungsstrategie in einem italienischen Zivilprozess sollte stets mit der mandatierten Rechtsanwaltschaft abgestimmt werden, da die beste Wahl von der Funktion des Dokuments, dem Streitpotenzial, den richterlichen Anforderungen und den Einreichungsfristen abhängt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen alle fremdsprachigen Dokumente vor italienischen Zivilgerichten beeidigt sein?
Nein. Das italienische Recht verlangt nicht für jedes fremdsprachige Beweisstück automatisch eine beeidigte Übersetzung. Entscheidend ist, ob es sich um eine formelle Prozesshandlung oder ein Urkundenbeweismittel handelt, ob der Wortlaut bestritten wird und ob das Gericht eine offizielle italienische Fassung anfordert.
Kann ich zunächst eine einfache Übersetzung vorlegen und die Beeidigung später nachreichen?
Häufig ja, und bei umfangreichen Beweisakten ist dies eine sinnvolle Strategie. Handelt es sich jedoch um ein zentrales Streitdokument, kann das Zuwarten später zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen.
Was ist der Unterschied zwischen einer certified translation und einer traduzione asseverata in Italien?
Für italienische Gerichte ist der maßgebliche Rechtsakt die traduzione asseverata (bzw. traduzione giurata), die auf einem förmlichen Eidesprotokoll vor Gericht beruht. Ein bloßes ausländisches Übersetzungszertifikat erfüllt diesen formellen Zweck in der Regel nicht.
Gibt es in Italien ein zentrales Pflichtregister für beeidigte Übersetzer?
Nein, ein solches bundesweites Exklusivregister existiert in dieser Form nicht. Die amtlichen Gerichtsleitfäden stellen auf das Eidesverfahren selbst ab und nicht auf eine zentrale, exklusive Registrierungsliste.
Was passiert, wenn die Gegenseite die Übersetzung meines englischen Vertrags beanstandet?
Der Richter kann die Vorlage einer verlässlicheren Übersetzung verlangen, eine beeidigte Fassung erwarten oder einen gerichtlich bestellten Übersetzer bzw. Sachverständigen hinzuziehen. Deshalb sollten zentrale Vertragsdokumente von vornherein professionell aufbereitet werden.
Nächste Schritte für Ihre Gerichtsunterlagen
Sie verfügen über eine gemischte Beweisakte und möchten klären, welche Dokumente zunächst als einfache Übersetzung genügen und welche für eine spätere Asseverazione vorbereitet werden sollten? Reichen Sie Ihre Unterlagen bei CertOf ein. Wir helfen Ihnen, eine saubere zweisprachige Akte für Ihre Anwaltskanzlei zusammenzustellen, vermeidbare Formatierungsfehler zu reduzieren und Übersetzungen so aufzubereiten, dass sie sich bei Bedarf leichter um eine beeidigte Fassung ergänzen lassen.