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Ausländische Scheidungs- und Sorgerechtsbeschlüsse in Südkorea: Übersetzung

Ausländische Scheidungs- und Sorgerechtsbeschlüsse in Südkorea: Koreanische Übersetzung vor der Einreichung

Wer bereits über ein ausländisches Scheidungsurteil, einen Sorgerechtsbeschluss, eine gerichtliche Sorgeregelung (Parenting Order) oder eine Umgangsregelung verfügt und diese Dokumente in Südkorea verwenden möchte, sollte sich zunächst nicht fragen, welches Übersetzungsbüro beauftragt wird. Die entscheidende Frage lautet: Welcher behördliche oder gerichtliche Weg wird in Korea eingeschlagen? In Südkorea kann eine ausländische familienrechtliche Entscheidung für eine Eintragung im Familienregister, für ein neues familiengerichtliches Verfahren oder für eine Vollstreckung relevant sein. Jeder dieser Wege erfordert ein spezifisches Übersetzungspaket und birgt unterschiedliche verfahrensrechtliche Risiken.

Dieser Leitfaden konzentriert sich auf die praxisrelevante Kernfrage, bei der Familien häufig Fehler unterlaufen: Wie werden ausländische Scheidungs- und Sorgerechtsbeschlüsse in koreanischen Familienverfahren anerkannt und welches koreanische Übersetzungspaket sollte vor der Einreichung vorbereitet werden?

Wichtigste Erkenntnisse

  • Südkorea behandelt nicht jeden ausländischen familienrechtlichen Beschluss gleich: Die Registrierung einer ausländischen Scheidung im Familienregister über ein lokales Bezirksamt (Gu-Office / Gucheong, 구청) oder ein koreanisches Konsulat unterscheidet sich grundlegend von einem ausländischen Sorge- oder Umgangsrechtsbeschluss, der in Korea vollstreckt werden soll.
  • Der zentrale rechtliche Prüfmaßstab ist die Anerkennung ausländischer Urteile nach Artikel 217 der koreanischen Zivilprozessordnung (Civil Procedure Act). Soll eine Entscheidung in Korea tatsächlich vollstreckt werden, kann nach Artikel 26 des koreanischen Zwangsvollstreckungsgesetzes (Civil Execution Act) weiterhin ein separater Schritt vor einem koreanischen Gericht erforderlich sein.
  • In koreanischen Behördenleitfäden lautet die gängige Anforderung meist schlicht koreanische Übersetzung (Han-geul beonyeongmun), nicht „beglaubigte Übersetzung“ nach US-amerikanischem Muster. Übersetzen Sie stets das vollständige Einreichungspaket und nicht nur die letzte Seite des Urteils.
  • Verfahrensverzögerungen entstehen selten durch den Urteilstext selbst, sondern meist durch fehlende Rechtskraftnachweise (Certificate of Finality) oder Nachweise über die ordnungsgemäße Zustellung bzw. Benachrichtigung (Proof of Service) bzw. das Erscheinen der Gegenseite vor Gericht.

Hinweis: Dies sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Fragen zu Anerkennung, Vollstreckung und Zuständigkeit im grenzüberschreitenden Familienrecht hängen stets vom konkreten Einzelfall ab. Bei strittigen oder dringenden Angelegenheiten sowie bei Verdacht auf Kindesentführung oder unrechtmäßige Verbringung sollte vor Einreichung ein spezialisierter koreanischer Familienrechtsanwalt konsultiert werden.

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist

Dieser Leitfaden richtet sich an alle Personen, die grenzüberschreitende Familienbeschlüsse in Südkorea verwenden müssen: ausländische Eltern mit Wohnsitz in Korea, koreanische Staatsangehörige nach einer Scheidung oder einem Sorgerechtsstreit im Ausland sowie binationale Familien mit bestehenden ausländischen Gerichtsbeschlüssen, die diese bei einem lokalen Bezirksamt (Gu-Office / Gucheong, 구청), über ein koreanisches Konsulat oder vor einem koreanischen Familiengericht vorlegen müssen. Die häufigste Sprachkombination ist Englisch–Koreanisch, dieselben Anforderungen gelten jedoch auch für Deutsch, Japanisch, Chinesisch, Vietnamesisch und weitere Sprachen. Typische Dokumentenkonvolute umfassen das ausländische Urteil, Rechtskraftzeugnisse, Zustell- oder Einlassungsnachweise, Geburtsurkunden der Kinder, Pässe oder koreanische Ausweisdokumente sowie gegebenenfalls Auszüge aus dem koreanischen Familienregister. Das Hauptproblem liegt meist nicht allein in der sprachlichen Genauigkeit, sondern darin, das zutreffende koreanische Verfahren zu kennen und jedes dafür zwingend erforderliche Begleitdokument vollständig übersetzen zu lassen.

Erst das Verfahren klären, dann übersetzen

Die wichtigste Unterscheidung in Korea lautet: Möchten Sie in erster Linie eine Statusänderung im Register melden oder soll eine ausländische Gerichtsentscheidung in Korea rechtliche Wirkung entfalten bzw. vollstreckt werden?

1. Meldung einer ausländischen Scheidung im Familienregister

Für die Meldung einer im Ausland vollzogenen Scheidung sind die Vorgaben der koreanischen Justizverwaltung für das Familienregisterverfahren für Auslandskoreaner erfreulich konkret. Als Kernpaket werden das ausländische Urteil, der Nachweis der Rechtskraft, der Nachweis über die ordnungsgemäße Zustellung an die beklagte Partei (bzw. deren Erscheinen) sowie die koreanischen Übersetzungen dieser Dokumente verlangt. Die offizielle Orientierung des Family Register Office for Overseas Koreans ist der beste Ausgangspunkt, da sie verdeutlicht, dass die koreanischen Behörden nicht bloß das Scheidungsdekret an sich prüfen.

In der Praxis wenden sich Betroffene in Korea meist zuerst an das örtliche Bezirksamt (Gu-Office) bzw. die dortige Meldeabteilung, während Personen im Ausland den Weg über das koreanische Konsulat oder das Registrierungsverfahren für Auslandskoreaner wählen. Die Nachweislogik bleibt dieselbe: Die koreanischen Stellen verlangen eine lückenlose Dokumentenkette und akzeptieren keine unvollständigen Urteilsauszüge.

Hier liegt eine der größten Hürden: In Korea fehlt bei der Einreichung selten das Urteil selbst – meist fehlen die Rechtskraftbescheinigung oder der Zustellnachweis, die belegen, dass das ausländische Verfahren ordnungsgemäß und rechtskräftig abgeschlossen wurde.

2. Anerkennung und Vollstreckung vor einem koreanischen Gericht

Geht es über eine reine Statusfortschreibung hinaus – etwa um die Anerkennung sorgerechtlicher Regelungen in einem laufenden Streitfall in Korea oder um die Vollstreckung von Verpflichtungen, die gerichtliche Maßnahmen in Korea erfordern –, gelten strengere rechtliche Maßstäbe. Die Voraussetzungen für die Anerkennung ausländischer Urteile in Südkorea sind in Artikel 217 der koreanischen Zivilprozessordnung geregelt. Vereinfacht ausgedrückt prüft Korea die internationale Zuständigkeit, die ordnungsgemäße Zustellung bzw. Einlassung, die Vereinbarkeit mit dem koreanischen Ordre public (öffentliche Ordnung) und die Gegenseitigkeit (Reziprozität). Wird eine tatsächliche Vollstreckung in Korea angestrebt, ist Artikel 26 des koreanischen Zwangsvollstreckungsgesetzes (Civil Execution Act) maßgeblich, da ausländische Titel nicht automatisch vollstreckbar sind.

Aus diesem Grund entfaltet ein ausländischer Sorgerechtsbeschluss aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Kanada oder Australien in Korea oft erst nach einem entsprechenden gerichtlichen Anerkennungs- bzw. Vollstreckungsverfahren vor Ort unmittelbare Rechtswirkung.

Was gehört in das koreanische Übersetzungspaket?

Um Verzögerungen zu vermeiden, sollte das Übersetzungspaket danach aufgebaut werden, was die zuständige koreanische Stelle zwingend prüfen muss, und nicht nach subjektiver Relevanz. In der Praxis bedeutet dies, folgende Unterlagen vollständig zu übersetzen:

  • das vollständige ausländische Urteil bzw. den Beschluss einschließlich aller Abschnitte zu Sorgerecht, elterlicher Sorge, Umgangsrecht und Unterhalt, sofern diese für das geplante Verfahren relevant sind;
  • das Rechtskraftzeugnis oder den gleichwertigen Nachweis, dass die Entscheidung nicht mehr vorläufig oder anfechtbar ist;
  • den Nachweis über die ordnungsgemäße Zustellung an die Gegenseite oder den Nachweis, dass diese sich vor Gericht eingelassen und verteidigt hat;
  • alle Stempel, Siegel, Unterschriften, handschriftlichen Vermerke und Anhänge, die den koreanischen Stellen zur Verifizierung von Echtheit und Verfahrensablauf dienen;
  • Identitätsnachweise und koreanische Personenstandsdokumente, sofern für die Einreichung gefordert;
  • Nachweise zur Namensabgleichung (Name-Bridge), falls dieselbe Person in Dokumenten mit abweichender Umschrift, Geburtsnamen, Ehenamen oder unterschiedlicher Schreibweise im Reisepass geführt wird.

Wer lediglich den Tenor übersetzen lässt und Anhänge, Gerichtssiegel oder Zustellungsseiten auslässt, verursacht genau die Probleme, die bei vielen Einreichungen in Korea zu Verzögerungen und Verfahrensstockungen führen. Weiterführende Hinweise zur Formatierung gerichtlicher Dokumente finden Sie in unserem Leitfaden über beglaubigte Übersetzungen für Gerichtsverfahren.

Verlangt Südkorea beglaubigte Übersetzungen, notarielle Beglaubigungen oder Eigenübersetzungen?

Die verlässlichste Antwort lautet: Offizielle koreanische Leitfäden verlangen in der Regel das Beifügen einer koreanischen Übersetzung, nicht zwingend die Beauftragung über ein nationales Register vereidigter Übersetzer. Die amtlichen Vorgaben zur Familienregisterführung sprechen schlicht von einer beizufügenden koreanischen Übersetzung der erforderlichen Dokumente. Der Begriff beglaubigte Übersetzung dient internationalen Antragstellern daher eher als Orientierung und entspricht nicht dem exakten koreanischen Behördenvokabular.

In der Praxis lassen sich drei Stufen unterscheiden:

  • Einfache koreanische Übersetzung: Die grundsätzliche Anforderung in offiziellen Leitfäden für standardmäßige Meldungen im Familienregister.
  • Übersetzung mit Übersetzerbestätigung und Identitätsnachweis: Häufig von Vorteil, wenn die annehmende Behörde nachvollziehen möchte, wer die Übersetzung angefertigt hat.
  • Notariell beglaubigte Übersetzung (Beonyeok-gongjeung, 번역공증): Zwar keine allgemeine gesetzliche Vorschrift für jede Familieneinreichung, wird jedoch in strittigen Fällen, bei komplexen ausländischen Urteilen oder nach Ermessen einzelner Sachbearbeiter gelegentlich verlangt.

Einen kompakten Vergleich der Begrifflichkeiten finden Sie in unserem separaten Beitrag über beglaubigte vs. notariell beglaubigte Übersetzungen.

Von einer Eigenübersetzung ist in diesen Verfahren dringend abzuraten. Das Problem liegt neben der Sprachkompetenz vor allem in der präzisen juristischen Terminologie. Rechtsbegriffe wie Sorgerecht, Legal Custody, Physical Custody und Umgangsrecht lassen sich nur dann korrekt ins Koreanische übertragen, wenn die spezifische Begrifflichkeit des koreanischen Familienrechts gewahrt wird – insbesondere die strikte Unterscheidung zwischen der elterlichen Sorge (Chin-gwon, 친권) und der tatsächlichen Betreuung bzw. Obhut (Yang-yuk-gwon, 양육권).

Ein weiterer praxisrelevanter Faktor ist das behördliche Ermessen vor Ort. Selbst wenn offiziell eine einfache Übersetzung vorgesehen ist, fordern Sachbearbeiter bei komplexen ausländischen Urteilen oft zusätzliche Formalisierungen. In Korea bedeutet dies gelegentlich die Nachforderung einer notariellen Übersetzungsbeglaubigung (Beonyeok-gongjeung, 번역공증) oder die Hinzuziehung eines Verwaltungsdienstleisters (Haengjeongsa, 행정사). Dies stellt zwar keine universelle Vorschrift dar, ist aber ein triftiger Grund, das Dokumentenpaket vor dem Behördengang sorgfältig und lückenlos vorzubereiten.

Praktischer Ablauf vor der Einreichung in Südkorea

  1. Klären Sie, ob Sie eine ausländische Scheidung für das Familienregister melden, einen Antrag beim koreanischen Familiengericht vorbereiten oder einen ausländischen Beschluss in Korea vollstrecken lassen möchten.
  2. Stellen Sie die gesamte ausländische Gerichtsakte zusammen, nicht nur das Urteil. Besorgen Sie vorhandene Rechtskraftzeugnisse, Zustellungsurkunden, Nachweise über Erscheinen oder Einlassung, Apostillen oder Legalisationen vorab.
  3. Strukturieren Sie die relevanten Rechtsbegriffe für das Koreanische: Scheidungsstatus, elterliche Sorge, tatsächliche Betreuung, Umgangsrecht, Kindesunterhalt sowie etwaige Auflagen oder Beschränkungen.
  4. Erstellen Sie ein vollständiges koreanisches Übersetzungspaket, das das Originaldokument exakt widerspiegelt und Namen, Daten, Aktenzeichen sowie Angaben zu den Kindern über alle Seiten hinweg einheitlich führt.
  5. Nutzen Sie vor kostenintensiven gerichtlichen Schritten kostenlose oder günstige behördliche Beratungsangebote, um das richtige Verfahren abzusichern. In Südkorea bietet sich hierfür das Ausländer-Kontaktzentrum unter der Rufnummer 1345 oder das Informationsportal der Justiz an.

Bei reinen Registermeldungen bildet die Übersetzung meist den zentralen Bearbeitungsschritt. Bei strittigen Verfahren oder Vollstreckungsanträgen ist die Übersetzung hingegen nur das vorbereitende Fundament.

Typische Hürden in der koreanischen Praxis

Verfahrensfragen wiegen oft schwerer als Sprachfragen

Ausländische Eltern gehen häufig davon aus, dass der Beschluss selbst das wichtigste Dokument sei. Koreanische Prüfstellen legen jedoch ebenso großen Wert darauf, ob die Entscheidung rechtskräftig ist und die Gegenseite ordnungsgemäß benachrichtigt bzw. zugestellt wurde. Unvollständige Übersetzungspakete scheitern daher selbst bei hervorragender Übersetzung des Urteilstextes.

Offizielle Sprachunterstützung ist vorhanden, aber begrenzt

Das Informationsportal der koreanischen Justiz (Judicial Information for Foreigners and Immigrants – JIFI) weist darauf hin, dass Orientierungshilfen und Dolmetscherunterstützung existieren. Antragsteller sollten jedoch Erstauskünfte an der Auskunftstheke nicht mit einer umfassenden Vertretung oder garantierten Gerichtsdolmetschern verwechseln. Diese Unterscheidung ist insbesondere in Sorgerechtsverfahren wesentlich.

Nicht jede Behörde verwendet westliche Übersetzungsstandards

Wer bei der Vorbereitung ausschließlich nach Begriffen wie „Certified Translation“ sucht, übersieht möglicherweise die tatsächlichen behördlichen Anforderungen. In Korea lautet die gängige Formulierung meist schlicht „Beigefügte koreanische Übersetzung“ oder, falls erhöhte Formstrenge verlangt wird, „Notariell beglaubigte Übersetzung“.

Landesweite Gesetze gelten, lokale Praxis variiert

Das Verfahren richtet sich nach nationalem Recht und Vorgaben der Justizverwaltung, nicht nach städtischen Sonderregeln. Unterschiede zeigen sich jedoch in der praktischen Abwicklung: wie formell das Einreichungspaket am Schalter verlangt wird, ob ein Anwalt für das koreanische Gerichtsverfahren nötig ist und wie rasch auffällt, dass der Zustellnachweis anstelle des Urteils fehlt.

Kostenlose Hilfsangebote, Beschwerdewege und Sprachunterstützung

  • 1345 Immigration Contact Center: Hilfreich für Ausländer in Korea zur Erstorientierung, Sprachunterstützung und Prüfung der behördlichen Zuständigkeit vor Beauftragung kostenpflichtiger Berater. Offizielle Informationen stellt das Justizministerium (Ministry of Justice) bereit.
  • JIFI: Nützlich für Erläuterungen zu Gerichtsverfahren und zum Zugang zu Sprachdienstleistungen. Erste Anlaufstelle ist das Justizportal unter JIFI Dolmetscher-Leitfaden.
  • Korea Legal Aid Corporation (KLAC): Geht es nicht mehr um reine Dokumentenvorbereitung, sondern um ein streitiges Gerichtsverfahren in Korea, bietet die Korea Legal Aid Corporation (KLAC) günstige oder kostenfreie Rechtsberatung und Rechtshilfe. Die zentrale Rufnummer in Korea lautet 132.
  • Korea Consumer Agency / 1372 Verbraucherschutz für Ausländer: Bei überhöhten Gebühren, irreführenden Beglaubigungsversprechen oder mangelhaften Übersetzungen durch Dienstleister in Korea hilft die Verbraucherschutzbehörde (Korea Consumer Agency / KCA für ausländische Verbraucher). Die fremdsprachige Hotline lautet 043-889-5400.

Welcher Dienstleister passt zu welchem Anliegen?

Dienstleister-Typ Geeignet für Realistischer Leistungsumfang Leistungsgrenzen
Online-Dokumentenübersetzer wie CertOf Familien, die den koreanischen Verfahrensweg kennen und ein vollständiges, präzises koreanisches Übersetzungspaket benötigen Übersetzung von Urteilen, Rechtskraftzeugnissen, Zustellungsnachweisen, Anhängen, Siegeln und Namensabgleichungsdokumenten; einheitliche Terminologie; digitale Bereitstellung und Korrekturschleifen Trifft keine Entscheidungen zur Anerkennungsstrategie, gerichtlichen Zuständigkeit oder Vollstreckungstaktik
Koreanische Notariats- oder Verwaltungsdienstleister Fälle, in denen die einreichende Stelle eine formelle Beglaubigung oder persönliche Einreichung vor Ort verlangt Erhöhung der formellen Nachweiskraft durch Notariatsbeglaubigung oder Vor-Ort-Zusammenstellung Kein Ersatz für anwaltliche Beratung zur materiellen Anerkennung oder Vollstreckbarkeit
Vor Ort ansässige Kanzleien für internationales Familienrecht Strittige Verfahren zu Sorgerecht, Umgang, Unterhalt, Zuständigkeitsfragen oder Vollstreckung Beratung zu Artikel 217, Begleitung vor dem koreanischen Familiengericht und Vollstreckungsstrategie In der Regel deutlich kostenintensiver und für reine Dokumentenübersetzungen nicht erforderlich

Diese Einteilung bildet die tatsächlichen Gegebenheiten in Korea realistisch ab, anstatt die Existenz eines einheitlichen staatlichen Registers für Familienrechtsübersetzer zu suggerieren.

Wichtige Signale vor Ort

  • Die koreanische Justiz veröffentlicht eigene Leitfäden für ausländische Staatsangehörige und Mehrsprachigkeitsangebote – ein klares Signal dafür, dass dies ein wiederkehrendes Praxisproblem und kein Einzelfall ist.
  • Das offizielle Kontaktzentrum 1345 bietet mehrsprachige Unterstützung an, da Fehler zu Beginn meist auf Unklarheiten über den richtigen Verfahrensweg und nicht auf die Übersetzungsqualität zurückzuführen sind.
  • Die Korea Consumer Agency unterhält eigene Beratungsangebote für ausländische Verbraucher, da es im koreanischen Dienstleistungsmarkt durchaus zu Unstimmigkeiten bei Dokumenten- und Beglaubigungsservices kommt.

Diese Aspekte verdeutlichen, warum in Südkorea ein methodisches Vorgehen bei der Übersetzung entscheidend ist: Das Verwaltungssystem verlangt formale Dokumentendisziplin, während Hilfsangebote darauf eingestellt sind, dass Antragsteller bezüglich der Einordnung ihrer ausländischen Beschlüsse Orientierung benötigen.

Praxiserfahrungen von Antragstellern

In Erfahrungsberichten von Expats, Kanzlei-FAQs und Beratungsgesprächen im koreanischen Familienrecht tauchen stets die gleichen Muster auf:

  • Es wird nur das Urteil übersetzt, die verfahrensrechtlichen Nachweise werden vergessen;
  • Es wird angenommen, ein ausländischer Sorgerechtsbeschluss könne direkt bei einer koreanischen Stelle vorgelegt und unmittelbar vollstreckt werden;
  • Erstinformationen an der Auskunftstheke werden fälschlicherweise mit einer vollständigen Vertretung vor Gericht verwechselt;
  • Es werden unnötige Ausgaben für Beglaubigungen getätigt, bevor geklärt ist, was die zuständige Stelle tatsächlich verlangt.

Diese Erfahrungswerte zeigen, worauf es ankommt: Erst den Verfahrensweg klären, alle Dokumente zusammentragen, die Terminologie abstimmen und erst dann das formelle Paket schnüren.

FAQ

Werden ausländische Scheidungsurteile in Südkorea automatisch anerkannt?

Nicht ohne Weiteres. Südkorea wendet die Anerkennungskriterien nach Artikel 217 der koreanischen Zivilprozessordnung an. Für die Eintragung im Familienregister legt der offizielle Leitfaden der Justizverwaltung die erforderlichen Nachweise fest. Für Vollstreckungen oder strittige Gerichtsverfahren kann ein zusätzlicher gerichtlicher Schritt in Korea erforderlich sein.

Wird eine beglaubigte Übersetzung oder lediglich eine koreanische Übersetzung benötigt?

In der Praxis lautet die behördliche Anforderung meist schlicht koreanische Übersetzung der relevanten Unterlagen. Der Begriff „beglaubigte Übersetzung“ dient internationalen Lesern zur Orientierung, ist jedoch kein eigenständiger koreanischer Rechtsbegriff. Eine notarielle Beglaubigung kann in Einzelfällen gefordert werden, ist aber nicht bei jeder Einreichung zwingend.

Welche Unterlagen müssen neben dem Scheidungs- oder Sorgerechtsurteil übersetzt werden?

In der Regel das Urteil, der Rechtskraftnachweis, der Zustellungs- oder Einlassungsnachweis, Anhänge, Stempel, Siegel, Unterschriften sowie alle für das Verfahren relevanten Personenstandsdokumente. Alles, worauf sich die prüfende Stelle stützt, muss übersetzt vorliegen.

Kann dasselbe Übersetzungspaket für verschiedene Verfahren in Korea wiederverwendet werden?

Häufig ja, sofern das Paket vollständig ist und einheitliche Terminologie verwendet. Sicherer ist es jedoch, das Paket exakt auf das jeweilige Vorhaben abzustimmen: Familienregistermeldung, gerichtliche Anerkennung oder Vollstreckung. Eine Wiederverwendung gelingt am besten, wenn von Anfang an die vollständige Akte statt nur des Urteils übersetzt wurde.

Wird ein ausländisches Scheidungsurteil ungültig, wenn die 1-Monats-Frist zur Meldung in Korea versäumt wird?

Nein. Nach den Richtlinien zur Führung des Familienregisters sollte die Scheidung innerhalb eines Monats nach Eintritt der Rechtskraft gemeldet werden. Eine verspätete Meldung kann zwar ein Ordnungsgeld nach sich ziehen, berührt jedoch nicht die Gültigkeit des ausländischen Urteils. Die Folge sind Verzögerungen und Mehraufwand, keine Nichtigkeit. Einzelheiten finden sich in den Richtlinien zur Führung des Familienregisters für Auslandskoreaner.

Was kann ich tun, wenn ein Übersetzungsdienst in Korea ein fehlerhaftes Dokument liefert?

Wenden Sie sich an das Ausländer-Beratungszentrum der Verbraucherschutzbehörde Korea Consumer Agency oder telefonisch an die fremdsprachige Hotline unter 043-889-5400. Liegt das Problem im unklaren Verfahrensweg, kontaktieren Sie das Kontaktzentrum unter 1345 oder einen koreanischen Familienrechtsanwalt.

Weiterführende Leitfäden

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Wenn Sie Ihren koreanischen Verfahrensweg bereits kennen und ein vollständiges, sorgfältig vorbereitetes Übersetzungspaket benötigen, unterstützt CertOf Sie bei der Übersetzung der gesamten Gerichtsakte – nicht nur der Hauptseite des Urteils. Dazu gehören Siegel, Unterschriften, Anhänge, Rechtskraftzeugnisse, Zustellungsnachweise und Dokumente zum Namensabgleich mit einheitlicher Terminologie im gesamten Paket. Wenn Sie noch unsicher sind, ob Ihr nächster Schritt eine Registermeldung, eine gerichtliche Anerkennung oder eine Vollstreckung ist, klären Sie zuerst das Verfahren und bestellen Sie anschließend die passende Übersetzung für Ihre Einreichung in Südkorea.

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